Buchverlosung – Homicide: Ein Jahr auf mörderischen Straßen

 – und was das mit dem Pantoffelmord zu tun hat

Manchmal kommt bekommt jeder Autor die Frage gestellt: Woher nimmst du nur all diese Ideen? Bei Pantoffelmord kann ich es mal genau sagen; seitengenau um präzise zu sein. Denn auch wenn du es vielleicht nicht erwartet hättest: dieser Fall beruht auf einer realen Begebenheit.

OK, der reale Fall hat es nicht wirklich in die Annalen der Kriminalgeschichte geschafft; nicht mal in seine Fußnoten. Aber er zeigt, dass die Realität eines Kripo-Ermittlers so ganz anders ist, als wir Krimischreiber sie uns vorstellen (Andererseits sind wir Krimischreiber auch nicht durch Kleinigkeiten wie Gesetze, Dienstanweisungen und die Logik eingeschränkt. Wobei ich mich bemühe, Letztere nie und die anderen nicht mehr als nötig zu verletzen ;-).

Realität vs. Fiktion

Wenn du wissen willst, wie zumindest amerikanische Detektivarbeit jenseits von TV-Serien stattfindet, dann empfehle ich dir das Buch Homicide von David Simon (und wenn du es dir nicht kaufen willst, dann lies weiter, denn genau dieses Buch kannst du gewinnen). Simon hat ein Jahr lang die Mordkommission von Baltimore begleitet und schonungslos das berichtet, was er sah.

Das waren keine Autopsien, bei denen Kommissar und Arzt a la Thiel und Boerne über der Leiche Witze reißen. Das waren Autopsien, bei denen gestandenen Männern schlecht wurde. Denn eine richtige Autopsie endet nicht beim Y-Schnitt.

Da heißt es auch nicht BUMM – Du bist tot! Denn es dauert erstaunlich lange, bis ein getroffener Mensch dann auch mal stirbt.

Da heißt es leider auch nicht am Ende jedes Falles: „Sie sind verhaftet.“ Gerade der Mord an einem elfjährigen Mädchen, der sich durch das ganze Buch zieht, gehört in diese Kategorie. Simon selbst sagt, dass er den Kreis gern geschlossen hätte, von der Tat bis zur Auflösung. Aber dieser Fall blieb offen.

Für mich ist Homicide eines der faszinierendsten Bücher über Kriminologie, weil es ehrlich über die Arbeit der Menschen berichtet, über die wir per TV sonst nur ein verzerrtes Abbild erhalten.

Und nun: Der Pantoffelmord!

Aber es gab auch kleine Momente, die mich zum Staunen gebracht haben. Wie zum Beispiel der kalte Februarmorgen, an dem Donald Steinhice zu einem Todesfall gerufen wird. Ein Selbstmord durch Erhängen, wie es scheint. Doch Steinhice setzt sich in den Schatten der Toten, schaut sich die Szene an, nimmt sie in sich auf, lässt sie auf sich einwirken. Denn etwas stört ihn. Die Pantoffeln des Opfers. Sie liegen vertauscht vor dem Stuhl; der Rechte schräg hinter dem Linken. Eine halbe Stunde sitzt Steinhice da und stellt sich die letzten Minuten im Leben der Verstorbenen vor. Hat sie sich wirklich selbst umgebracht? Oder war jemand ganz clever und wollte einen Mord vertuschen? Warum dann diese unordentlich abgestellten Pantoffeln?

Es dauert eine Weile, bis Steinhice auf die Lösung kommt: Wer sich Slipper ohne die Hilfe der Hände auszieht, streift den einen am anderen ab. Und der liegt dann schräg hinter dem anderen. Nur wenn die Pantoffeln parallel stehen – dann war es Mord.

Das Gewinnspiel

Wie schon gesagt: nach diesem Buch wirst du Krimis mit anderen Augen sehen. Und ich habe ein nahezu makelloses Exemplar zu verlosen. Es hat nur einen kleinen Stempel Mängelexemplar, andere Fehler konnte ich nicht entdecken.

Die Aufgabe ist einfach: Ich habe in letzter Zeit die Gesamtausgabe Father Brown von G.K. Chesterton gelesen und festgestellt, dass es über diesen weltbekannten Pfarrer keine Romane gibt, sondern nur Kurzgeschichten. Auch Sherlock Holmes ist hauptsächlich in Kurzgeschichten aktiv.

Nun mag ich eher längere Sachen, denn ich möchte mich beim Lesen in eine andere Welt vertiefen. Siehst du es aber genauso?

Die einfache Frage, auf die ich eine Antwort suche, lautet:

Hättest du gern öfter was Kurzes von Lutetia oder soll ich Lutetia, Borough und seine Bewohner liebevoll mit ihren Macken und Schrullen detailliert beschreiben, auch wenn es etwas länger dauert?

Schick mir deine Antwort – und vielleicht auch ein paar Worte zur Begründung – bis zum 31. August 2015 an homicide@mczarnetzki.de und du landest im Lostopf (Übrigens: wenn du dich als VIP-Leser anmeldest, dann landest du zweimal im drin! Und wirst dabei nicht abgekocht.)

Ich wünsch dir viel Glück!

Bis zum nächsten Mal,
Matthias

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