Ein großartiges Buch. Ich mag es bloß nicht sonderlich.

Ich weiß nicht genau, was ich von Markus Walthers „Buchland“ halten soll: es ist ein großartiges Buch über die Macht der Bücher, die Phantasie und die Ideen, die in ihnen stecken.

Aber auf der anderen Seite enthält es viel Polemik; Bücher sollten aus Papier sein, eReader sind „Bähh“ (da hab ich mir überlegt, ob dieses Buch nun schlecht ist, weil ich es gerade digital lese), Autoren sollten bitteschön nur veröffentlichen, wenn es ein Verlag „erlaubt“. Ohne Zweifel gibt es Vieles, was was den See der überflüssigen Bücher weiter anschwellen lässt. Aber auf der anderen Seite traue ich dem Leser durchaus zu, sein eigenes Urteil zu fällen. Für diese komplexe Welt ist eine einfache Schwarz-Weiß-Darstellung zu billig.

Übrigens wird in diesem Buch auch eine Spur zu viel von dem erklärt, was einen geübten Leser bekannt sein sollte – gerade den Bibliophilen, an die sich der Roman laut Klappentext besonders wendet.

Aber trotzdem ist es alles in allem ein großartiges Buch.

Ist aber besser, wenn du dein eigenes Urteil fällst:

 

 

Veröffentlicht in Ansichtssachen, Lesen
4 Kommentare zu “Ein großartiges Buch. Ich mag es bloß nicht sonderlich.
  1. Jürgen sagt:

    Wenn er E-Books so schlecht findet, warum veröffentlicht er dann elektronisch. Kann ja dann seiner Meinung nach nichts taugen, oder?

    • Wahrscheinlich Berührungsängste. Bis 2010 hab ich selbst eBooks nur als Nischenprodukt für schnelllebige Fachbücher gesehen – dann hab ich es selbst ausprobiert und kann mir fast nichts anderes mehr vorstellen.

      Vielleicht hat mein letzter Umzug mit etwas mehr als 1000 Papierbüchern auch ein wenig zu dieser Entscheidungsfindung beigetragen…

  2. MarkusW sagt:

    Ich finde schon lange, dass Spielepublisher oft am wenigsten wissen, was die Kunden wollen (siehe Electronix Arts) und genauso geht es den Verlagen. Will man wirklich den 54.000sten Fall von Inspektor XY oder doch lieber etwas frisches, was man noch nicht in dieser Form gelesen hat? Leser sind eine äußerst vielschichtige Zielgruppe. Ich allein lese schon in 5-6 Genres und Subgenres und auch Crossover davon(SciFi, Fantasy, Krimi, Thriller, Steampunk, Urban Fantasy, Humoristische Literatur …) und hüpfe mal hierhin und mal dahin und lese auch mal etwas nur wegen des tollen Erzählstils, auch wenn ich sonst nie etwas aus dem Genre lese. Verlage sind so ähnlich wie Türsteher in Nobeldiskos: Wenn Du nicht 100% hineinpasst und etwas aus der Reihe tanzt, kommst Du hier net rein! 😉
    E-Books sind klasse, die kann ich auf meinem Smartphone, das ich immer dabei hab, auch wenn ich nur mal 10 Minuten Zeit habe und auf meinem Kindle, wenn ich mal ein paar Stunden lesen möchte. 🙂 Außerdem gibt es herrliche Bücher als E-Books, die ein normaler „Papierverlag“ nie verlegen würde. Von wegen zu kleiner Zielgruppe.
    Ich finde es toll von z.B. Martin Millar und Robert Rankin, dass sie nun, wo sie nicht mehr in aktuelle Verlagsprogramme hinein passen, sich um Publikation ihrer neuen Bücher per E-Book bemühen, sonst würde man von diesen großartigen ausßergewöhnlichen Schriftstellern nichts mehr zu lesen bekommen. Meiner Meinung nach wird sich das Verlagswesen bald (so in 20-30 Jahren spätestens) erledigt haben und maximal als Werbetreibender oder Geldgeber fungieren.

    • Über die zukünftige Rolle von Verlagen hatte ich mir schon mal Gedanken gemacht – der Begriff Edeldienstleister schwirrt da manchmal durchs Netz. Ganz besonders gute Verlage werden sich vielleicht als eine Art Moderatoren etablieren. Sie suchen die Perlen in den selbstverlegten Werken und eröffnen ihnen neue Vertriebswege. Inwieweit sich Indie-Autoren, die durch harte Arbeit ihre Leserschaft gefunden haben, auf solche Angebote eingehen, liegt am Mehrwert, der geboten wird.

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