Lesetipp: Anja Bagus – Aetherresonanz und Aethersymphonie

Ich habe vor einiger Zeit ja schon den ersten Teil der Annabelle-Rosenherz-Reihe vorgestellt. Als Einstieg ins Steampunk-Universum fand ich Aetherhertz sehr gelungen, also hab ich mir die beiden Folgebände auch besorgt.

Aetherresonanz hört genau da auf, wo Band 1 endet; nun ja, einige Wochen später. Und liefert den Beweis, warum Geschichten nach dem Happy End normalerweise aufhören. Annabelle und Paul sind damit beschäftigt, die Folgen der Auflösung des Adlerhorsts bürokratisch zu verarbeiten. Man hat kaum noch Zeit füreinander und Annabelle hat Probleme mit der Tatsache, dass sie fast einen der Bösewichte umgebracht hätte und Pauls als Assistent zugedachter Austauschstudent erweist sich als hochgebildete, perfekt aussehende Austauschstudentin – was dem Frieden im Haus Rosenherz auch nicht förderlich ist.

Leider nimmt die psychologische Aufarbeitung dieser Ereignisse ziemlich viel Platz im Buch ein und bremst die Handlung stark aus. Hier hätte ich mir doch mehr Spannung und Tempo gewünscht, gerade weil in Baden Dinge geschehen, die dafür Spielraum lassen.

Außerdem kann ich nicht verstehen, warum Annabelle nur aus ihrer prinzipiellen Ablehnung aller gesellschaftlichen Konventionen andere (besonders den armen Paul, dem mein vollsten Mitgefühl gilt) leiden zu lassen. Wer wegen eigener Prinzipien andere leiden lässt, verliert schnell meine Sympathie. Deshalb weiß ich im Augenblick nicht, ob ich Annabelle mag oder nicht. (Bevor es Fragen gibt: ich kenne das Ende, aber ich will nicht spoilern.)

Aetherresonanz und Aethersymphonie sind zwei würdige Fortsetzungen der Annabelle-Rosenherz-Reihe. Nach meinem Empfinden nicht ganz so stark wie der erste Teil, aber immer noch eine gute Wahl für lange Leseabende.

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