Krimis mit Humor: Der Letzte beißt die Hunde von Markus Walther

Wahrscheinlich habe ich mir als Autor skurriler Geschichten einen gewissen Ruf erarbeitet, weshalb mich der ACABUS Verlag um eine Rezension bat. Danke an dieser Stelle für das Rezensionexemplar.

Was wäre, wenn Miss Marple nicht eine nette, alte Jungfer wäre, sondern ihre Talente eher für die andere Seite des Gesetzes genutzt hätte? Dann wäre sie wahrscheinlich so ähnlich wie Mimi geworden, die gemütliche, etwas verschrobene Oma von Helen, der Erzählerin der Geschichte. Mimi selbst bezeichnet sich als vierfach glücklich verwitwet. Schon das sollte Helen zu denken geben, aber die ist eben Enkelin und Mimi ist die Oma, der man als Enkelin nichts böses zutraut.

Näher zusammen – nämlich in die Villa – bringt die Beiden ein Mordanschlag auf Mimi. Klassisch ausgeführt mit einem Flügel aus drei Metern Höhe. Mimi, ausgebildet durch 87 Jahre Kriminalliteraturkonsum, hat sofort fünf Verdächtige identifiziert und lädt diese zum Verhör vor. Getarnt als Teekränzchen. Welches die Besucher nicht immer lebend verlassen. Und falls doch, dann kann auf dem Weg zum Gartentor noch eine Menge passieren.

Es dauert eine Weile, bis Helen dahinter kommt, was der Ausdruck glücklich verwitwet wirklich bedeutet und welche weitere Verbindung die fünf Verdächtigen außerdem haben. Aber das würde zu viel von der Geschichte verraten.

Nur eins: ich habe die Entwicklung begeistert verfolgt. Das Buch ist eine leichte, vergnügliche Urlaubs/Unterhaltungslektüre, aber gerade bei Mimis und Helens Gesprächen über die Motive kann man sich schon mal selbst die eine oder andere tiefer gehende Frage stellen.

Der Autor Markus Walther ist sonst im Kurzgeschichtenbereich unterwegs – daher kannte ich ihn vorher nicht. Aber ich kann bestätigen: auch bei längeren Texten geht im nicht die Luft aus.

Also: klare Leseempfehlung!

PS: Der Letzte beißt wirklich die Hunde. Und die Hunde beißen zurück…

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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