Buchmarketing II

Was macht eigentlich ein Selfpublisher?
Buchmarketing II

OK, du hast es geschafft: Ein wunderbares Buch geschrieben, es nach allen Regeln der Kunst in einen Diamanten verwandelt, Testleser und Buchblogger sind gleichermaßen begeistert – warum klopft eigentlich nicht das Nobelpreiskomitee an, um dir den Literaturnobelpreis zu verleihen?

Der Grund ist einfach: selbst das beste Buch hat keine Chancen, wenn es keiner kennt. Und wer glaubt, dass es hier Selfpublisher schwerer haben als Verlagsautoren, der irrt sich. Verlage teilen ihre Marketingbudgets nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein; dass bedeutet, Erfolgsautoren bekommen wegen Erfolgsaussichten den Löwenanteil, die anderen den Rest. Und der ist nicht üppig. Wenig bekannte Verlagsautoren und Selfpublisher sind hier in der gleichen Situation. Wer nichts für die Bekanntheit seiner Bücher tut, der muss sich nicht wundern, wenn er unbekannt bleibt.

Aber du hast Glück: Noch nie war es so einfach, Menschen zu erreichen, in Kontakt zu treten und sie für dein Buch zu begeistern. Es gibt da einige Regeln, die zu beachten sind – zuwenig ist genauso schlecht wie zuviel. Aber nun beginnen wir mit der Praxis.

Um dein Buch verkaufen zu können, musst du es natürlich erst einmal bekannt machen. Dazu braucht es zu Beginn keine großen Aktionen. Es sind die kleinen, alltäglichen Möglichkeiten, die gern übersehen werden, die du aber unbedingt nutzen solltest:

1. Deine E-Mail Signatur

Jede E-Mail, die du schreibst, kann dein Buch bekannter machen. Vergiss nicht, dass fast alle E-Mail irgendwo auf der anderen Seite von einem Menschen angesehen werden. (OK, Beschwerde-Hotlines vielleicht mal ausgenommen.) Und die haben auch irgendwann mal Feierabend und wollen ein gutes Buch lesen…

Wie die Signatur aussieht, hängt natürlich von dir und deinem Buch ab. Das hier ist meine:


Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen.

Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

Erhältlich auf Amazon (kindle, Taschenbuch) auf beam-ebooks.de (epub, kindle) und im Buchhandel. Für Leseproben aufs entsprechende Cover klicken.

Ein einfacher Text geht natürlich auch – ein Buch mit deinem Elevator-Pitch vorgestellt und ein Link zum Shop. Fertig!

2. Brief Signatur

Ja, Briefe gibt es auch noch. Und da heutzutage fast alles sowieso ausgedruckt wird, kannst du dir ein Brieftemplate mit einer entsprechenden Fußzeile erstellen (lassen). Bei der Flut an Nachweisen, Belegen und Bestätigungen, die Behörden, Ämter und Firmen verlangen, kann man ruhig ein wenig Werbung einfließen lassen. Denn – so unglaublich es auch klingt – auch Beamte sind Menschen, die mal einen Feierabend haben.

3. Foren Signatur

Besonders wenn du viel in Diskussionsforen unterwegs bist, kannst du an jeden Beitrag eine kurze Signatur anhängen. Die Betonung liegt hier auf kurz – die meisten Foren erlauben bis zu drei Zeilen.
Das ist auch ganz logisch: schließlich sind Foren Diskussionorte, keine Werbeplattformen. Aber wenn du in deinem Beitrag (ich gehe jetzt mal von mir aus) die Lösung eines verzwickten Computerproblems beschreibst (was gar nichts mit dem Inhalt meiner Bücher zu tun hat), dann wird diese Lösung im Netz gespeichert, durch Google indiziert und steht auf alle Ewigkeit allen zur Verfügung, die auf das gleiche Problem stoßen. Und die sich vielleicht nicht nur für die Lösung interessieren, sondern auch für das clevere Kerlchen, dass diese Lösung gefunden hat. Der Blick in die Signatur verweist auf meine Bücher und enthält einen Link auf meine Website – ein guter Start für jeden, der mehr über mich herausfinden will. Ich selbst bin gerne auf Plattformen wie Gutefrage.net oder Wer-Weiss-Was.de unterwegs – entweder als Hilfesuchender oder als Antwortgeber. Sicher findest du dort einige offene Fragen, zu denen du die Antwort kennst.

Visitenkarten und Lesezeichen

In der heutigen Zeit vergisst man leicht, dass es auch eine Offline-Welt gibt. Stell dir vor, du bist beim Friseur oder in der Schule mit jemandem ins Gespräch gekommen, hast dich nett unterhalten und irgendwie seid ihr draufgekommen, dass du ja Bücher schreibst. Der Satz „Hey, klingt ja toll! Wo kann ich was von dir finden?“ ist da schon ein Etappensieg. Problem: Keiner hat einen Computer dabei und auch nichts zu schreiben. „Schau mal auf meiner Website nach…“ ist nicht hilfreich, besonders wenn man einen Namen wie ich hat 😉
Lass dir deshalb ein paar Visitenkarten machen. Der Inhalt ist der gleiche wie in deiner E-Mail-Signatur: dein Buch, ein paar Worte dazu, Kaufmöglichkeiten (diese QR-Codes sind eine tolle Erfindung dafür) – fertig. Wenn du Lesezeichen machen lässt, dann passt etwas mehr drauf: Inhaltsangabe, Coverbild, die eine oder andere Lesermeinung. Gib sowas großzügig raus, im Netz findest du zahlreiche Angebote, Visitenkarten und Lesezeichen schon in kleiner Auflage drucken zu lassen.

Ein paar Leseexemplare sind auch nicht schlecht

Selbst wenn du (wie ich) dich nicht auf Taschenbücher konzentrierst, ist es doch nicht schlecht, ein paar Exemplare zu Hause zu haben. Denn zu bestimmten Anlässen eignen sich gedruckte Exemplare ganz gut als Geschenk und auch manche Bibliothek freut sich über Bücherspenden – mit eBooks können aber nicht alle etwas anfangen.

Ganz wichtig: Lesungen

Lesungen sind für Autoren ein ganz wichtiger Punkt, erstens um Bekannt zu werden und um Feedback zu erhalten. Aber Lesungen sind nicht ganz einfach, gerade für schüchterne Autoren. Wie du es trotzdem schaffst, schreibe ich – wenn ich richtig gezählt habe – im überübernächsten Artikel dieser Serie.

Weitere Ideen?

Das waren meine Ideen für die Offline/passive-Werbung. Habt ihr noch weitere Vorschläge? Dann würde ich mich über fleißige Kommentare freuen!

Wie du dein Buch online bekannt machen kannst, das steht im nächsten Artikel. Bleib also dran, per RSS oder eMail!

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

Veröffentlicht in ePublishing, Verlegen Getagged mit: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*