Vom Manuskript zum eBook – die Konvertierung nach epub und mobi

Ist die Konvertierung wirklich notwendig?

Warum nicht einfach das Skript bei einer Selfpublishing-Plattform hochladen? Dort wird es doch automatisch konvertiert – oder etwa nicht?

Das Problem mit Allround-Konvertern liegt darin, dass diese mit allen Arten von Manuskripten fertig werden müssen, die (technisch) nicht unbedingt schön sind. Die Lösung liegt darin, nur eine Grundmenge von dem zu unterstützen, was in einem Ebook möglich ist und für Ausnahmen allgemeingültige Standardwerte anzunehmen, die in den meisten Fällen vernünftige Ergebnisse bringen. Aber eben nur in den meisten. Und gehört dein Buch zu den Standardfällen?

Es lohnt sich, Zeit und Mühe zu investieren, um dem Leser das beste Leseerlebnis zu bieten. Er wird diese Mühe bemerken und zu schätzen wissen – genauso wie er die Lieblosigkeit eines schnell zusammengeschusterten Machwerks entdeckt und sich enttäuscht abwendet.

Wenn du ein Ebook erstellst, welches beim Upload auf die Plattform deiner Wahl nicht mehr verändert wird, dann hast du sein Erscheinungsbild selbst in der Hand – und dass ist ein weiterer Schritt in Richtung Erfolg.

Vorbereitung des Manuskripts

Voraussetzung für ein sauber formatiertes Ebook ist ein sauber formatiertes Manuskript. Wenn du ein Mensch bist, der generell mit Formatvorlagen arbeitet und der niemals in seinem Leben eine direkte Formatierung vornehmen würde, kannst du diesen Abschnitt überspringen.

Beim Schreiben eines Textes machen sich die Wenigsten Gedanken über seine korrekte Formatierung. Braucht man eine Überschrift, wird die entsprechende Textstelle markiert und die Schriftgröße eingestellt. Genauso wird eine andere Schriftart zugewiesen, damit das Ganze nach einer Überschrift aussieht. Und eine Leerzeile zwischen Überschrift und Text bekommt wohl jeder mit zwei Mal Enter hin.

Das ist einfach. Das ist aber auch grundlegend falsch. Das Problem ist, dass die so formatierte Stelle zwar nach einer Überschrift aussieht, aber keine ist. Genauso fügt zwei Mal Enter keine Leerzeile, sondern einen leeren Absatz ein. Für einen eReader ist das ein himmelweiter Unterschied.

Die Nuke Methode

Die Nuke Methode stammt aus dem Smashwords-Style-Guide von Mark Coker, dem Gründer von Smashwords, und stellt die radikalste, aber auch sicherste Methode zur technischen Überarbeitung eines Word- oder OpenOffice-Dokuments dar. Dabei wird der gesamte Text in einen Editor, der keinerlei Formatierung beherrscht, kopiert und von dort wieder zurück in die Textverarbeitung. Damit ist jegliche Formatierung, aber auch alle (möglicherweise unsichtbaren) Formatierungsfehler aus dem Manuskript verschwunden. Nachteil ist, das die gewünschten Formateinstellungen jetzt noch einmal eingearbeitet werden müssen – diesmal aber bitte per Formatvorlage!

Ist das Manuskript erst einmal fehlerfrei, dann gibt es mehrere Wege, um an eine eBook-Datei zu kommen.

Kostenlos ein epub erstellen: eBooks mit OpenOffice und writer2epub

Die kostenlose Methode geht über die Verwendung von OpenOffice. Dieses lässt sich über den Menüeintrag Erweiterungen mit dem Plugin writer2epub aufrüsten. Sobald dieses Plugin installiert ist, lässt sich ein Manuskript direkt als epub-Datei abspeichern. Vor dem Speichern wird ein Dialog mit zwei Reitern angezeigt – dort werden die Metadaten und das Cover eingegeben.

Ich empfehle dir, bei den Metadaten nicht knausrig zu sein. Denn im Ernstfall hat ein Leser nur diese eine Datei von dir. Und wenn er sich auf die Suche nach weiteren Lesestoff begeben will, dann wäre es besser, wenn er alles in dieser einen Datei finden kann, was er braucht: den Klappentext, der Hinweise auf weitere Bücher enthält, die Autorenhomepage, Stichworte, unter denen er nach weiteren Werken suchen kann… Was immer dir einfällt, schreib es rein.

Für den Upload auf Amazon solltest du die epub-Datei vorher in ein mobi umwandeln. Wie das geht, habe ich vor längerer Zeit in Artikel 1-Click-Konvertierung beschrieben.

Der komplette Weg, also von der technischen Überarbeitung deiner Word/OpenOffice-Datei bis hin zur Konvertierung, ist in diesem Buch beschrieben:

epub für wenig Geld: Die Konvertierung mit Jutoh

Ich bin auf Jutoh gestoßen, als ich eine Doktorarbeit in ein eBook umwandeln wollte. Das ist eine – um den beliebten Euphemismus zu bemühen – Herausforderung. Denn so eine Doktorarbeit besteht aus mehrfach geschachtelten Überschriftenebenen, Fußnoten, Querverweisen, Referenzen, Abbildungen und Tabellen. Das per Hand in ein eBook umzuwandeln hätte mich wahrscheinlich einen guten Teil meiner geistigen Gesundheit gekostet. Aber ich war bereits kurz vorher auf Jutoh gestoßen, ein eBook-Konvertierungsprogramm, dass aus Word-Dokumenten auf einen Schlag alle gängigen eBook-Formate erzeugen kann und dabei die Formatierung aus der Originaldatei so weit wie möglich beibehält. Auf der anderen Seite gibt es die Möglichkeit, so ziemlich jeden Aspekt der Generierung zu beeinflussen – das Feintuning sozusagen. Die erzeugten Bücher werden anschließend noch mit dem epub-Checker geprüft und Problemstellen sofort angesprungen, sodass fehlerhafte eBooks nicht mehr sein müssen.

Zwar kostet Jutoh etwas Geld, aber die gesparte Zeit und das Ergebnis sind es allemal wert. Außerdem reagiert der Entwickler sofort auf Fehlermeldungen – ich hatte mal Samstagabend ein Problem; bereits Sonntagnachmittag stand die korrigierte Version zum Download bereit. Einziger Nachteil: das Programm gibt es nicht mit deutscher Benutzeroberfläche. Es ist zwar leicht zu bedienen, wenn du aber mit Englisch gar nicht kann, dann lass es lieber.

Der komplette Weg, also von der technischen Überarbeitung deiner Word/OpenOffice-Datei bis hin zur Konvertierung, ist in diesem Buch beschrieben:

epub+mobi ohne Zeitaufwand: per Konvertierungsservice

Ich persönlich finde die technische Seite der eBook-Erstellung ja nicht so schwer. Aber ich hab auch ein Informatikstudium und knappe zwanzig Jahre Berufserfahrung hinter mir.

Autoren, die nicht aus der Mathematiker/Informatiker-Ecke kommen, können leicht Stunde um Stunde mit dem Studium der diversen Programme verbringen – Zeit, in der auch neue Bücher geschrieben werden können.

Wenn du diese Zeit also sinnvoller einsetzen willst, dann beauftrage jemanden, der sich damit auskennt.

Hier muss ich mal schamlos Eigenwerbung betreiben. Ja, ich biete so einen Konvertierungsservice an. Von Autor zu Autor. Welche Qualitätsansprüche ich an das Endergebnis habe, dürfte mittlerweile klar sein, der Rest steht hier:

eBook-Service

Eine Google-Suche dürfte weitere Ergebnisse zu Tage fördern und Matthias Matting hat auf Seite SelfpublisherBibel.de auch einige Angebote zusammengetragen.

Rechne einfach aus, wie viel Zeit du sparst, wenn du einen anderen den Job machen lässt, und wie viel Geld dir das wert ist. Dann wirst du das richtige Angebot finden.

Fehlt nur noch eins: die Abschlusskontrolle

Vor dem Hochladen auf die Verkaufsplattform deiner Wahl solltest du das Ergebnis kontrollieren. Natürlich kannst du dir die wichtigsten eReader zulegen und dein Buch auf der Hardware testen, aber diese Möglichkeit geht, trotz des Preisverfalls, ins Geld. Aber dafür haben findige Programmierer eBook-Viewer erfunden. Für die epub-Dateien verwende ich den ebookviewer von Calibre, für die mobi-Dateien den von Amazon zur Verfügung gestellten KindlePreviewer.

Öffne dein Buch mit dem entsprechenden Programm und achte zuerst auf den allgemeinen Eindruck. Stimmen Schriftart und -größe? Ist der Schriftstil richtig, oder wird im Absatz wild hin- und hergewechselt (das deutet auf Formatierungsprobleme in der Ausgangsdatei hin)? Ist die Basisschriftgröße nicht zu groß und nicht zu klein? Sind die Bilder zu erkennen, lassen sich die einzelnen Kapitel per Navigationsbutton anspringen?

Achte besonders darauf, dass dein Cover richtig eingebunden wurde und das ein Inhaltsverzeichnis da ist – fehlt einer der zwei Punkte, wirkt das Ergebnis amateurhaft.

Stell dir einfach vor, du hättest das Buch für fünfzehn Euro gekauft. Wärst du mit der Gegenleistung zufrieden? Dann ist es in Ordnung. Wenn nicht – dann lass deine Leser auf keinen Fall deine Beta-Tester sein!

Soweit bis hier her – das eBook wäre schon mal fertig. Aber es gibt ja immer noch Menschen – um genau zu sein, der größte Teil der Leser – die ein Buch auf Papier bevorzugen. Und wie man die glücklich machen kann, darum geht es nächste Woche.

Wie immer: bleibt per RSS oder eMail am Ball!

PS: Es gibt natürlich noch viele weitere Methoden und Werkzeuge, um eBooks zu erstellen; ich habe bloß die erwähnt, die für mich selbst am praktischsten sind. Wenn es Fragen gibt, dann einfach rein in die Kommentare damit – ich kümmere mich drum. Versprochen.

 

 

 

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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Ein Kommentar zu “Vom Manuskript zum eBook – die Konvertierung nach epub und mobi
  1. Elisabeth sagt:

    Huhu Matthias, vielen Dank für Deine Korrekturen! Dein Service ist wirklich super 🙂
    Vielen Dank und liebe Grüße!

    Elisabeth

1 Pings/Trackbacks für "Vom Manuskript zum eBook – die Konvertierung nach epub und mobi"
  1. […] Vom Manuskript zum eBook – die Konvertierung nach epub und mobi […]

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