Krimis mit Humor: Dorothea Böhme – Meuchelbrut

Das ist eine vollkommen natürliche Reaktion beim Anblick einer frischen Leiche im Hause Hinrichsen – und macht mir die Familie gleich auf der ersten Seite sympathisch. Und dem schwarzen Humor liebenden Leser auch, denn der hat viel zu lachen, im Gegensatz zu einem Mitglied der Familie. Glenn, dem Familienpatriarchen. Denn laut dessen Testament profitieren alle anderen Verwandten von seinem Ableben. Da er dieses spezielle Dokument aber nicht selbst geschrieben hat, besteht der begründete Verdacht, dass der Testamentsschreiber die Sache mit dem Ableben auch gleich selbst in die Hand nimmt.

Ein gewaltsamer Tod ruft natürlich eine gewisse Anzahl von Ermittlern auf den Plan. Eine Versicherungsdetektivin, die den Selbstmord nachweisen will, um die Auszahlung der Lebensversicherung zu verhindern und damit ihre Beförderung zu sichern sowie einen Kriminalkommissar, dem die Unfallvariante ganz recht wäre – um seine in einer Woche anstehende Pensionierung nicht zu gefährden.

Bei dieser Konstellation und Böhmes lockeren Schreibstil wird das Buch auf keiner Seite langweilig. Bei Seite zweihundert (von zweihundertfünfzig) bildet sich die erste stichhaltige Theorie zum wahren Täter, die sich später auch bestätigt. Das ist gut für mein Leserego; dafür gibt es weitere Pluspunkte. Und bei der Menge an versteckten Pointen ist es sehr wahrscheinlich, dass ich das Buch in einiger Zeit nochmal lesen werde – das ist für mich die beste Empfehlung, die ich einem Buch geben kann.

PS: Danke an Dorothea Böhme und an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar und an @Heikefroehling für diesen Lesetipp.

 

 

 

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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