Was macht eigentlich ein Selfpublisher?

Schritt für Schritt vom Manuskript zum Buch (und vielleicht auch in die Bestsellerlisten)

OK, ich gebe zu: ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln in mich reingeschaufelt. Ich habe auch nicht den Weg zum Erfolg exklusiv für mich gepachtet. Und ich bin auch nicht der Welt erfolgreichster Selfpublisher (Obwohl ich ziemlich genau weiß warum und was ich ändern müsst – wenn ich das wollte.) Warum schreibe ich also jetzt über meine Erfahrungen?

Ich behaupte nicht, dass ich auf meinem Weg zum Autor alles richtig gemacht habe. Auf der anderen Seite bin ich schon ziemlich lange dabei; 2008 habe ich mein erstes Buch als Paperback veröffentlicht, 2010 bin ich auf die eBook-Schiene aufgesprungen. Eine lange Zeit, in der sich die Buch- und Verlagslandschaft erdrutschartig verändert hat, in der neue Wege entstanden sind und andere zu Sackgassen wurden. Ich habe viel ausprobiert – nicht alles mit Erfolg, manches war ein direkter Fehlschlag.

Du hast nun die einzigartige Gelegenheit, aus den Fehlern anderer (ok: meiner) zu lernen. Die Abkürzung zu nehmen. Wenn du lieber deine eigenen Erfahrungen sammeln willst: kein Problem! Ignoriere den Rest des Textes und die folgenden Artikel und viel Spaß – es ist wirklich eine spannende Reise.

Obwohl.

Es macht mehr Spaß, wenn es gleich funktioniert. Und es läuft besser, wenn du die Schlaglöcher und Stolpersteine kennst und sie umkurven kannst.

Noch da? Das ist schön. Dann lass uns anfangen.

Du hast also ein Manuskript. Und du möchtest es gedruckt in den Händen halten oder digital in den großen Online-Shops dieser Welt sehen. Nach Möglichkeit auf einer Bestseller-Liste gleich neben Stephen King, J.K. Rowling oder Susann Collins. Am liebsten gleich und sofort.

Hier lohnt es sich, wenn du ein wenig auf die Bremse trittst. Schreiben ist – entgegen einer weit verbreiteten Annahme – nicht leicht. Zumindest, wenn man es gut machen will. Verlage investieren einen Haufen Zeit und Geld, um aus einem vernünftigen Manuskript ein gutes Buch zu machen. Nimm dir die Zeit, aus meine Erfahrungen zu lesen und darüber nachzudenken, wie du daraus Nutzen ziehen kannst. Sind irgendwelche meiner Fehler dir auch passiert? Dann korrigiere sie, bevor dein Buch auf die ersten Leser trifft und sie dich in der Luft zerreißen.

Nichts von dem, was ich hier schreibe, ist Hexenwerk oder übermäßig kompliziert. Aber ein guter Schriftsteller zu werden erfordert Einsatz und konzentrierte Arbeit. Und über manche Strecken auch ein gewisses Maß an Sturheit. Aber es ist möglich.

Wer aber sein Schreiben nur als Hobby betreibt, ohne größere Anstrengungen maximale Erfolge erzielen will und über profane Dinge wie Rechtschreibung und Orthografie erhaben ist, der sollte sich vom Gedanken einer Veröffentlichung ganz schnell verabschieden. Denn Leser verdienen unseren Respekt. Sie geben uns ihre Zeit und ihr Geld – dafür verdienen sie auch das beste Buch, was wir ihnen liefern können. Ein Prozent weniger ist nicht gut genug.

Da wir vorhin von Bestsellerliste gesprochen haben, eine Warnung vornweg: Was ich hier beschreibe, ist kein Weg zum schnellen Erfolg. Mit einem Buch – vielleicht sogar noch einem Erstlingswerk – reich und berühmt zu werden ist extrem unwahrscheinlich.
Ich möchte hier ein realistisches Bild des Selfpublishers liefern. Ich kann nicht vom Schreiben leben. Aber es reicht, um mit meiner Familie zwei Wochen in den Urlaub zu fahren. Und das mit einem vernünftigen Aufwand, der Zeit zum Leben und Lesen lässt. Und ich glaube, dass jeder, der sich halbwegs ernsthaft mit seiner Schriftsteller-Karriere beschäftigt, dass auch erreichen kann. Du auch. Keine Bange. Das meine ich ehrlich.

Vor einiger Zeit hat der mairische Verlag auf seinem Blog unter dem Thema „Was macht eigentlich ein Verlag?“ eine ganze Serie von Artikeln über die einzelnen Aspekte der Tätigkeit eines Verlags veröffentlicht. Ich möchte in diesem Tutorial einen ähnlichen Ansatz verwenden. Unter dem Thema „Was macht eigentlich ein Selfpublisher?“ möchte ich mich in den kommenden Wochen den einzelnen Aspekten der Arbeit eines Autoren widmen, der nach dem Schreiben die Sache selbst in die Hand nimmt und sein Buch an die Öffentlichkeit bringt.

Ich werde die einzelnen Punkte Schritt für Schritt abarbeiten. Mein edler Vorsatz lautet, jeden Freitag einen neuen Post online zu stellen – ich hoffe, ich schaffe das und möchte an dieser Stelle anmerken, dass ermunternde Kommentare da äußerst hilfreich sind. Natürlich sind auch Fragen und Hinweise herzlich willkommen. Ich garantiere, dass kein einziger unbeachtet bleiben wird.

Folgende Themen sind geplant (Änderungen und Anpassungen sind natürlich möglich)

  1. Verwandle dein Manuskript in einen Diamanten. Oder: Wozu Überarbeitungen gut sind.
  2. Überarbeiten! Aber wie? Die Triage-Methode von Sol Stein
  3. Überarbeiten! Aber wie? Die 10-Punkte-TextÜberprüfungsVorbereitung von Andreas Eschbach
  4. Was macht eigentlich ein Selfpublisher? Testen, ob’s was taugt.
  5. Buchmarketing I – Dein Thema, der Kernsatz und der Elevator Pitch
  6. Professionelles Korrektorat für Selfpublisher – optionaler Schnickschnack oder überlebensnotwendig?
  7. Beurteile ein Buch nicht nach seinem Cover – schön wär’s!
  8. Vom Manuskript zum eBook – die Konvertierung nach epub und mobi
  9. Druckvorlagenerstellung für Print on Demand – Wie geht das?
  10. Der Aufbau von eBooks und Printbüchern.
  11. Was man über Preise wissen sollte.
  12. Marketing für Selfpublisher – was geht und was nicht.
  13. Ein paar Gedanken über Geld – wenn du sie dir nicht machst, macht sie sich das Finanzamt.
  14. Die Sache mit dem Erfolg…

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Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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Ein Kommentar zu “Was macht eigentlich ein Selfpublisher?
  1. Lucia sagt:

    Hallo Matthias,
    dies ist ein ermunternder Kommentar. Ich werde deine Serie verschlingen! Ich bin in der Phase des Überarbeitens und Überlegens: was mich ich jetzt damit. Dein KnowHow wäre hilfreich. Fragen ergeben sich sicherlich im Laufe der Zeit.
    Viele Grüße von Lucia

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