Speedreading – Powertraining für den Kopf

Ich muss zugeben, der Gedanke über den Text zu rasen gefiel mir zu Beginn überhaupt nicht. Lesen hat für mich etwas mit Genuss, mit Kopfkino und Abschalten zu tun – nicht mit Akkordarbeit.

Aber es gibt Ausnahmen: Fachartikel für den Job. Die nehmen in letzter Zeit überhand. Um bei der Software-Entwicklung auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, ist ein gewaltiges Pensum an Zeitschriften und Sachbüchern zu bewältigen – so viel, dass die Zeit für Nebensächliches knapp wird. Leben zum Beispiel.

Da bin ich auf das Buch von Nikolaus Cortolezis gestoßen – und seine Begeisterung für Speedreading hat mich angesteckt. Mehr lernen in weniger Zeit – das klingt gut, aber wie geht das? Im Grunde genommen dadurch, dass man auf das „Vorlesen im Kopf“ verzichtet und sich auf die visuelle Wahrnehmung verlässt. Für das Wie gibt es genug Ressourcen im Netz, Bücher bei Amazon und Websites, die es erlauben, einen eigenen Text in der gewählten Geschwindigkeit anzeigen zu lassen. Gut, um es mal auszuprobieren und reinzuschnuppern.

Am Speedreading begeistert mich, dass es ein richtiges Powertraining fürs Gehirn ist. Nach einer Stunde stellt sich ein Hochgefühl ein, wie es wohl Sportler haben müssen, wenn sie sich selbst überwunden und ein schwieriges Training geschafft haben. Ich kann nur jedem empfehlen, es wenigstens Mal auszuprobieren. Man wird ja schließlich nicht dümmer davon.

 

 

 

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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