Die Montagsfrage: Blätterst du beim Lesen zum Ende vor?

Auf eine ganz interessante Aktion von paperthin.de bin ich durch Zufall gestoßen: die Montagsfrage. Die dreht sich rund ums Buch und das Lesen und bringt ganz lustige Einsichten.

Daher hier auch mein Senf: Ich tue es nur selten. Wenn ich ein Buch vorblättere, dann geschieht das nur aus einem Grund – der Hoffnung, dass es besser wird. Damit ist bei mir vorblättern die Vorstufe zum Abbruch. Schließlich möchte ich meine wertvolle Lebenszeit nicht mit schlechten Büchern vergeuden.

Vorblättern oder abbrechen kommt bei mir nicht häufig vor, da ich bei der Auswahl meines Lesestoffs sehr sorgfältig bin. Nichts ist deprimierender als mehrere Stunden zu lesen und nicht die Befriedigung zu erhalten, die ich erhofft habe.

Natürlich gibt es Bücher, bei denen es schwer fällt, nicht nachzuschauen, wie es endet – weil die Spannung einfach unerträglich erscheint. Aber noch habe ich genügend Selbstdisziplin und genug Lebenzeit übrig, das Ende auf klassischem Weg zu erfahren: Seite für Seite.

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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4 Kommentare zu “Die Montagsfrage: Blätterst du beim Lesen zum Ende vor?
  1. Ich lese ehrlich gesagt oft den Schluss der Bücher zuerst. Also bevor ich die Seite 1 überhaupt aufschlage. Und nie mehr als den letzten Absatz. Seltsamerweise bin ich damit noch nie auf die Nase gefallen, da ich im Laufe der Geschichte alles wieder vergesse. Wenn ich mich der letzten Seite nähere, fällt mir alles wieder an. Eine ungewöhnliche Lesart, das gebe ich zu…
    Vorblättern tue ich allerdings nie, da bin ich diszipliniert;-)

    • Wirklich eine sehr interessante Art Bücher zu lesen. Würde bei mir leider nicht funktionieren, da ich ein sehr gutes Gedächtnis für Geschichten habe – aus dem Grund lese ich Krimis im Normalfall nur einmal. Nur wenn die Geschichte auch emotional berührt, hat sie die Chance ein zweites Mal auf meinen SUB zu kommen.

  2. Frauke sagt:

    Da ich derzeit meist auf meinem Kindle lese, ist es mir zu nervig, bis zum Ende vorzublättern und dann wieder die Stelle zu suchen,wo ich eigentlich war, da leider nicht alle ebooks so gestaltet sind, dass man wieder zu den eigenen Lesezeichen blättern kann.
    In „normalen“ Büchern blättere ich aber auch nie vor. Wenn mich ein Buch langweilt (bzw. nicht so sehr fesselt wie ein neu gekauftes Buch), landet es meistens mit irgendwas als Lesezeichen auf dem großen Haufen der anderen nicht ausgelesenen Bücher.
    Ich habe das Gefühl, dass mir die letzte Seite oder der letzte Absatz eh nie die Fragen beantwortet, die ich beim Lesen habe. Oder es nimmt die Spannung des Buchs, was schade wäre.

  3. Konfusia D. sagt:

    Ich mag Montagsfragen am Donnerstag 🙂

    Um mit Doris Day zu antworten – Perhaps, perhaps, perhaps …
    Z.B. bei „Schuld und Sühne“ von Dostojewski, nach den ersten ca. 90 Seiten dachte ich, es kann nicht heftiger kommen, aber es lag noch viel vor mir und es ist einfach ein geniales Buch. Mit und ohne Vorblättern.

    Direkt danach oder eigentlich auf gleicher Augenhöhe liegt für mich übrigens Hjalmar Söderbergs „Doktor Glas“. Da brauchte ich nicht groß vorblättern, das Buch ist im Original 181 Taschenbuch-Seiten stark.

    Beide Bücher sind absolut lesenswert, „Doktor Glas“ gibt es auch auf deutsch.

    Ja, und da fällt mir noch ein Buch ein, bei dem ich vorgeblättert habe: Walter Moers „Das Labyrinth der träumenden Bücher“. Die gelesenen Seiten wurden weniger und weniger und ich fragte mich, wann geht es richtig los… Nun, die Fortsetzung steht noch aus. Aber das Moers’sche Jonglieren mit Sprache mag ich sehr.

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