Die Grenze zwischen einem guten Start und Aufschieberei

Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist es möglich, sich auf eine Sache zu gut vorzubereiten – und zwar genau dann, wenn man vor lauter Vorbereitung gar nicht dazu kommt, etwas anzufangen.

So ist es beim Schreiben. Das lernt man nicht aus Schreibratgebern, sondern nur durch schreiben.

Wenn Sie sich sagen Nur noch dieses eine Buch, dann fange ich an… sind Sie schon auf dem falschen Weg. Eine gute Faustregel, die ich gefunden habe lautet: Lies maximal drei Bücher zu einem Thema, dann fang an. Alles, was darüber hinaus geht, ist nur Aufschieberei.

Deshalb sind hier die drei Bücher zum Thema Schreiben, die man gelesen haben sollte (nicht muss!):

1. Sol Stein – Über das Schreiben
Lesen Sie es, dann wissen Sie auch, warum dieser Ratgeber seit Jahrzehnten ein Klassiker ist.

2. Stephen King – Das Leben und das Schreiben
Gerade aus der Schule kennt man noch vieles über Geschichtenaufbau, -struktur, Handlungsablauf etc. Dieses Buch befreit vom theoretischen Ballast. Aber Vorsicht: nicht schulpflichtigen Kindern geben, oder jegliche im Deutschunterricht vorgeschriebene Interpretation von Geschichten ist zum Untergang verurteilt!

3. Elisabeth George – Wort für Wort
Ich wollte erst nicht wahr haben, was gute Recherche und Vorbereitung einem Roman bringen kann. Ich wollte einfach nur drauf los schreiben – und bin prompt in jeder Menge Sackgassen gelandet. Georges akribische Vorbereitung liefert wertvolle Hinweise für die eigene Arbeit, wenn man von Schreibblockaden zukünftig verschont bleiben will.

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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Ein Kommentar zu “Die Grenze zwischen einem guten Start und Aufschieberei
  1. Nina sagt:

    „Alles, was darüber hinaus geht, ist nur Aufschieberei.“

    In dem Zusammenhang ist mir ein ganz besonderes Buch unter die Augen gekommen: Schluss mit dem ewigen Aufschieben. Hans-Werner Rückert.

    http://www.campus.de/buecher-campus-verlag/leben/schluss_mit_dem_ewigen_aufschieben-3893.html

    Witziger Weise war es ein Verleser, denn ich las „aufschreiben“, statt „aufschieben.“

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