Lesetipp: Stiletto – Ein Stella Norden Roman

Stella Norden ist unbeschreiblich schön, wohlhabend, Psychologin und Bestatterin. Außerdem hat sie ihre Familie bei einem Autounfall verloren, Brustkrebs und einen Verehrer, der nur beim Tango Gefühle zeigt.

Der Roman beginnt mit einer Gemächlichkeit, die der Wiener Lebensart ziemlich nahe kommt, zieht dabei aber schnell in seinen melancholischen Bann. Die Spannung wird gespeist durch eingeschobene Blicke hinter die Fassaden einer Wiener Wohnung, aus der kein Wort nach draußen dringt und die jegliches Mitgefühl für das Opfer im Keim ersticken.

Aufgefallen ist mir die Intensität, mit der Stella Norden beschrieben wird – obwohl sie als Person sehr zurückhaltend agiert. Ich hatte schon befürchtet, dass ich mit meiner Lutetia Stubbs eifersüchtig werden müsste ;-). Die ist zwar auch Bestatterin, aber zum Glück keine Psychologin, sondern Soziopath. Das sorgt für einen etwas aggressiveren Umgang mit Problemen.

Aber zurück zu Stella Norden: Ich konnte das Buch, nachdem ich einmal angefangen hatte, nicht mehr aus den Händen legen. Das letzte Buch, das mich so schwer beeindruckt hat, war Gott schütze dieses Haus von Elizabeth George – wahrscheinlich weil meine Toleranzgrenze gegenüber Kindesmissbrauch bei Null liegt. Daher von mir eine klare Leseempfehlung!

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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