Preisfindung für createspace – Taschenbücher

Seit Amazon über createspace erstellte Taschenbücher auch auf den europäischen Seiten direkt zur Bestellung anbietet, bieten viele eBook-Autoren ihre Werke auch als Druckausgaben an. Obwohl createspace so ziemlich der günstigste Print on Demand – Dienstleister ist, den ich kenne, sind gedruckte Bücher immer noch ein vielfaches teurer als die digitalen Ausgaben – mit der Konsequenz, dass für den Autor weniger übrig bleibt.

Wie sollen nun die Preise festgelegt werden? Mit minimalen Endpreis, fast ohne Autorenhonorar, oder so, dass auch ordentlich was übrig bleibt?

Ich habe mich für die erste Strategie entschieden.

Ich sehe die Printausgabe als zusätzlichen Service für Leser – nicht als Haupteinnahmequelle. In den letzten Jahren habe ich zwar mehrere hundert eBooks verkauft, aber vielleicht nur zwanzig oder dreißig Printausgaben. Die Gewinne aus den Taschenbüchern sind einfach zu vernachlässigen – egal, ob es EUR 0,95 oder EUR 2,00 sind. Deshalb habe ich auch ziemlich knapp kalkuliert – bei einem Buch bleiben nur EUR 0,30 Honorar für die Taschenbuchausgabe übrig, weil ich den Endpreis unbedingt auf 8,90 setzen wollte.

Beim Marketing konzentriere ich mich ganz auf die eBooks. Und wenn die eBook-Leser voller Begeisterung ihren offline-Freunden von meinem Buch erzählen, dann können die sich eben eine Druckausgabe kaufen – aber das kommt selten vor.

Nur: ein höherer Endpreis hätte wahrscheinlich auch diese Wenigen noch abgeschreckt…

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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2 Kommentare zu “Preisfindung für createspace – Taschenbücher
  1. Jerome Schellbach sagt:

    Hallo Matthias,

    meine gedruckten Bücher biete ich bisher konsequent für 5,99€ an. Zur Not passe ich eben die Schriftgröße an, um diesen Preis nicht zu übersteigen. Mir ist es dabei auch egal, wieviel Geld letztlich für mich bleibt.

    Ich habe mir schon oft anhören müssen, dass die Leute 5,99€ (versandkostenfrei) als zu teuer für ein gedrucktes 150 Seiten Buch finden. Aber das ist leider die Mentalität der Deutschen.
    Klar, wir sind nur Indies. Aber die, die ihre Sache gut und mit Qualität anbieten (Text, Cover, Formatierung), die sollten sich für diesen Preis nicht schämen. Denn der Leser erhält am Ende des Tages ein (auch optisch) tolles Buch in den Händen.

    Und ein Unterschied zu den Profis möchte ich anmerken: Bei uns Indies steckt richtige selfmade Liebe in den Büchern, und zwar in jedem einzelnen als Gesamtkunstwerk, denn wir haben alles selbst gemacht.
    Welcher Profi kann das heute noch von sich behaupten und mit Stolz sagen: „Das habe ICH gemacht, mit meinen eigenen Händen!“ ? …

    • Astrid Rose sagt:

      Applaus! Ich kann beiden nur zustimmen.

      Auch ich habe den ersten Preis gewählt.

      Vor drei Jahren hieß es noch. Puh, so ein langes Buch (je nach Formatierung 356 – 448 Seiten), lese ich lieber als Taschenbuch und jetzt, wo ich es als Taschenbuch habe, kaufen sie alle das E-Book.

      Ja, die Welt ändert sich 😀

      Aloha Astrid

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