Zwischen den Zeilen…

Folgende Bemerkung fand ich im Blog
von Seth Godin
.

Scott McCloud’s classic book on comics explains a lot more than comics.

A key part of his thesis is that comic books work because the action
takes place between the frames. Our imagination fills in the gaps
between what happened in that frame and this frame, which means that
we’re as much involved as the illustrator and author are in telling the
story.

Übersetzung:
Scott McCloud’s Klassiker über Comics erklärt viel mehr als nur Comics.

Eine Schlüsselbehauptung seiner Theorie ist, dass Comics funktionieren,
weil die Handlung zwischen den einzelnen Bildern
passiert. Unsere Phantasie füllt die Lücke zwischen dem, zwischen einem
Bild und dem nächsten passiert – das bedeutet, der
Leser ist genauso stark wie der Autor und der Illustrator an der
Geschichte beteiligt.

Genau dieser Rat würde einigen heutigen Autoren gut tun. Ich selbst mag
es nicht, wenn ich bei einem Krimi auf einen Fakt hingewiesen werde, der
erst drei Seiten vorher beschrieben wurde. Oder wenn sich ein paar
Figuren alle fünf Seiten an „eine frühere Begebenheit“ – nach
Möglichkeit aus einem früheren Band der Reihe – erinnern. Warum? In
einem Buch sollte alles
drinstehen, was für die aktuelle Geschichte wichtig ist. Nicht weniger.
Aber auch nicht mehr. Und ich habe ein recht gutes Gedächtnis. Zumindest
erinnere ich ich an den Anfang eines Buches, bis ich es zu Ende gelesen
habe – es ist nicht nötig, dass mir alles immer und immer wieder
vorgekaut wird.

Mut zur Lücke! Es gibt Leser, die springen gern.

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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2 Kommentare zu “Zwischen den Zeilen…
  1. Hans Heinrich sagt:

    Ich kann dem nur zustimmen und frage mich manchmal, ob es nur Bequemlichkeit des Autors ist und das Buch an Seiten zunimmt – oder aber viele die Leser tatsächlich unterschätzen. Ich ärgere mich zuweilen arg ab diesen unnötigen Wiederholungen und Erklärungen bei der Lektüre.

  2. Betty Berger sagt:

    Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Im Fernsehen ist es schon genauso, Serien werden inzwischen so gedreht, daß sich ein paar Leute die Handlung erzählen. Wahrscheinlich ist das billiger… und der totale Schrott.

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