J.R.R. Tolkien – Der Herr der Ringe

Ganz unbescheiden teilt der Klappentext einer englischen Ausgabe von Tolkiens Werk die Menschheit in zwei Gruppen: die eine hat es schon gelesen, und die andere wird es noch tun. Kaum ein anderes Buch hat einen solchen Kultstatus erreicht, der in den USA Ende der Sechziger sogar Studentenbewegungen auslöste.

Gleich zwei Verlage geben das Werk momentan in der preisgünstigen Paperbackversion heraus: Klett Cotta, der mit seiner Hobbit Presse schon seit Anfang an dabei ist, und der Weltbild Verlag. Letzterer hat den Vorteil, daß er den Herrn der Ringe als Sammelwerk herausgibt, der neben den drei Hauptbüchern noch die Vorgeschichte „Der kleine Hobbit“ enthält.

Diesmal ist die Geschichte nicht ganz so schnell erzählt. Tolkien, eigentlich Sprachwissenschaftler, entwickelte bereits als Kind eine eigene Sprache. Da jede Sprache ein Volk braucht, das sie spricht, erfand er dieses gleich mit und schrieb im Laufe seines Lebens die mehrere tausend Jahre umfassende Geschichte dazu. Der Herr der Ringe spielt am Ende des dritten Zeitalters, als sich der Kampf zwischen den alten Völkern dem Höhepunkt nähert, da der große Ring wiedergefunden wurde. Dieser Ring, hat die Macht die Welt oder den alten Feind zu zerstören und er liegt in den Händen von Frodo Beutlin, einem kleinen Hobbit. Hobbits neigen eher zu einem ruhigen Leben, welches sich hauptsächlich um die Zubereitung und den Anbau von Nahrungsmitteln dreht. Nun, im Mittelpunkt des Interesses, muß Frodo nicht nur seine Heimat verlassen und quer durch Mittelerde zum Schicksalsberg gelangen, sondern er verfällt auch der ungeheuren Macht, die von diesem Ring ausgeht. Wird er es schaffen, den Ring zu zerstören, bevor er ihm verfällt? Naja, die Antwort kennt seit der Verfilmung jeder – trotzdem ist es immer wieder spannend, es zu lesen.

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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2 Kommentare zu “J.R.R. Tolkien – Der Herr der Ringe
  1. Katharina sagt:

    Gab es bei Klett-Cotta nicht eine „grüne Übersetzung“ und eine „rote Übersetzung“? Da war doch mal was?

    Ich habe auf Englisch die wunderschön illustrierte Hardcover-Ausgabe von Harper Collins. Die ist nicht nur schön zu lesen, sondern auch schön zum anfassen. So richtig „buchhaft“, geeignet für ganz viele Abende am Kaminfeuer.

  2. Ein super gelungener Post über die Hintergründe von „Der Herr der Ringe“ und J. R. R. Tolkien.
    Praktisch jeder hat von dieser Geschichte schon gehört. Aber nur wenige kennen das „Silmarillion“. Ich finde ihm wird vile zu wenig Beachtung geschenkt. In diesem Buch hat J. R. R. Tolkien die Mythologie von Mittelerde zusammengefasst. Meiner Meinung nach kann es literarisch nicht ganz mit „Der Herr der Ringe“ mithalten (einige Passagen sind nicht gerade leichte Kost) aber es gibt ein paar sehr schöne Geschichten dort und vieles in „Der Herr der Ringe“ erscheint in einem ganz anderem Licht nachdem man es gelesen hat. Zum Beispiel erfährt man woher die Balrogs kommen oder wer Sauron wirklich ist.
    Auch die Erschaffung von Mittelerde durch das Lied der Ainur ist eine schöne Geschichte. Irgendwie auch ganz aktuell, da Schall auch bei der Geburt unseres Universums (Urknall) eine entscheidende Rolle gespielt hat.

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