Ist es heute leicht einen Verlag zu finden?

„Gute Autoren von Verlagen händeringend gesucht!“
solche Meldungen liest man öfter und dabei sind keine Zuschussverlage
gemeint. Da fragt sich manch angehender Autor nach der x-ten Absage aber
schon, was solche Behauptungen sollen.

Die Antwort habe ich soeben hier
gefunden. Der Verleger Vito von Eichborn stellt fest, dass es für
Autoren, die nach den Marktbedürfnissen schreiben, heute leichter ist
verlegt zu werden als jemals zuvor. Autoren, die dagegen etwas Neues
probieren oder intelligente Sachen schreiben – das steht auf einem
anderen Blatt.

Einer der bekanntesten Ratschläge für Autoren, die veröffentlicht werden
wollen, lautet: beobachten sie den Markt und schreiben sie, was der
Markt will.

Die Frage, die sich jeder selbst stellen muss, lautet: Will ich die
hundertsiebenundzwanzigste Version des Medicus/Wanderhure/… schreiben
oder etwas eigenes?

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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2 Kommentare zu “Ist es heute leicht einen Verlag zu finden?
  1. … wobei allerdings ziemlich unklar ist, was der Markt überhaupt will. Denn bis sich das herumgesprochen hat, will er meist schon wieder was anderes.

    Nach dem Markt zu schreiben, bringt in den meisten Fällen niemandem etwas. Der Autor hechelt dem Trend hinterher und schreibt etwas, hinter dem er nicht steht. Was man dem Text dann auch anmerkt. Auch der Verlag. Und der? Sucht schon längst wieder die nächste Kuh, die er durchs Dorf (und zum Markt) jagen kann.

    Das wichtigste Erfolgsrezept ist immer noch das, Texte zu schreiben, mit denen man sich voll identifiziert. Wenn daraus ein Buch werden soll, muss man nämlich sehr lange mit diesem Text leben – und man muss ihn gegenüber Agenten und Lektoren verteidigen, damit es auch der eigene Text bleibt. Das ist hart genug, aber die Hölle, wenn man diesen Text nicht liebt.

    „Nach dem Markt schreiben“ kann man als Autor insofern, indem man sich an bewährte Formen und Erzählmuster hält – so lange man nicht das Gefühl hat, sich dadurch einzuschränken. Ein Tisch mit vier Beinen kann verdammt schön und originell sein, auch wenn die Vierfuß-Version nun wirklich seeeehr marktkonform ist.

    SW

  2. Diese Empfehlung passt ja ausgezeichnet zu meiner Vermutung, dass Autoren heutzutage Unternehmer sein müssen, um am „Markt“ zu bestehen (sprich: dass sich die Bücher auch verkaufen). Ich frage mich dabei, wie man als Autor herausbekommt, was der Markt will. Wie kann ein Autor eine Marktanalyse machen? Welche Instrumente stehen ihm (ihr) zur Verfügung?

    Zu Stephan Waldscheidt: schließt sich das für dich aus? Kann ich nicht auch hinter (meinen) Büchern stehen, die ich schreibe, weil der Markt sie will? Jedenfalls dann, ich mit meinen Geschichten zunächst einmal nur unterhalten will.

    Groetjes
    Andreas „Kriminalinski“ Kaminski

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