Ab wann ist man Schriftsteller?

Eine hervorragende Definition habe ich auf der Homepage von Andreas Eschbach gefunden:

Wer – ENDE- unter einen selbstverfassten Roman geschrieben hat, der darf sich auch schon als Schriftsteller bezeichnen.

Ein paar Fragmente abzuliefern hat zwar Novalis den Ruf eingebracht, ein Schriftsteller zu sein, aber meiner Meinung nach reicht das nicht aus. Nicht einmal meine ehemalige Deutschlehrerin hat mich eines Anderen belehren können. Ab und zu ein paar geniale Ideen zu Papier zu bringen mag ausreichen, um auf Partys ein paar Gäste zu beeindrucken – ein richtiger Schriftsteller ist man dadurch noch nicht.

UPDATE – Im Lauf der Zeit hab ich einiges dazugelernt: Ab wann ist man ein „richtiger“ Autor?

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

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3 Kommentare zu “Ab wann ist man Schriftsteller?
  1. Mir gefällt da eher die Definition, die Mario Vargas Llosa in seinen „Briefen an einen jungen Schriftsteller“ gibt: Du bist Schriftsteller, wenn Du die Berufung annimmst und Dein Leben fortan der Schriftstellerei unterordnest. Etwas ähnliches antwortete Rilke in seinen briefen an einen jungen Dichter: Du bist Dichter, wenn du in der früh erwachst und an nichts anderes denken kannst als daran, Gedichte zu schreiben.

    Ob einer Schriftsteller ist oder nicht, ist also in erster Linie eine Selbsterkenntnis und keinesfalls eine Adelung oder Anerkennung durch andere – obwohl es viele gibt, die es gerne sähen, dass es von ihrer Meinung abhängt, ob sich einer Schriftsteller nennen darf oder nicht.

    Andere können bestenfalls festhalten, ob einer als Schriftsteller gut oder nicht gut ist.

    Liebe Grüße,
    Peter

    • Diese Antwort gefällt mir, bzw. der Hinweis auf die Antwort genannter Autoren. Ohne einen Schuss Vorleistung, indem man sich dem Schreiben verschreibt, können Bewertungen von Außen zur Sucht führen. Zu sich selber zu stehen ist meistens der schwerste Schritt, aber der sicherste.

  2. Rita Hausen sagt:

    Novalis war vielleicht kein Schriftsteller, dafür aber Dichter. Er hat nicht nur Fragmente hinterlassen, sondern auch abgeschlossene Werke wie die „Hymnen an die Nacht“. Was er geschrieben hat, war wundervoll und er hat damit seine Epoche geprägt. Von ihm stammt z.B. die Suche nach der „Blauen Blume“, die für die Romantik sprichwörtlich geworden ist. Es geht schließlich nicht um die Menge, sondern um die Qualität, die einer abliefert. Außerdem ist er ziemlich jung gestorben.
    Ich finde die Definition von Eschbach ziemlich oberflächlich!

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