Fahren Sie nie im Winter Motorrad!

Nie! Egal wie schön das Wetter aussieht – tun Sie es nicht. Es gibt immer eine überfrorene Kurve, die einen eiskalt erwischt.

Leider hätte ich mir a) diesen Rat vor zwei Wochen geben und b) darauf hören sollen. So sitze ich mit einer gebrochenen Schulter vorm Rechner und versuche mich bevorzugt mit Worten auszudrücken, die sich mit links tippen lassen.

Auf der einen Seite habe ich noch Glück gehabt: weder von vorn noch von hinten kamen weitere Fahrzeuge. Außer der Schulter wurde nichts verletzt. Ich werde zwar einige Einschränkungen behalten, aber ich werde es überleben. Es hätte anders ausgehen können.

Während ich im Krankenhaus lag, ging mit ein Blogeintrag nicht aus dem Kopf, den ich auf der Seite AdviceToWriters.com gelesen hatte:

Schreibe immer, als wäre heute der letzte Tag des Lebens!

Wenn der vorletzte Montag der letzte Tag meines Lebens gewesen, wäre Lutetia Stubbs: Herz aus Stein für immer ein halbfertiges Manuskript geblieben, dann wären die beiden folgenden Bücher ausgelöscht, weil sie nur in meinem Kopf existieren. Und genau deshalb sitze ich mit einer gebrochenen Schulter vorm Rechner und tippe Satz für Satz mit der linken Hand. Wollen Sie wirklich ein Schriftsteller sein? Dann setzen Sie sich hin und schreiben! Keine Ausreden, denn so hart es klingt: es kann morgen vorbei sein; dann ist das, was sie heute schaffen, alles, was bleibt.

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

Veröffentlicht in Allgemein, Schreiben
2 Kommentare zu “Fahren Sie nie im Winter Motorrad!
  1. Micha sagt:

    Hallo Matthias, vielleicht ist Dein Unfall dem Fakt geschuldet, dass die Augen nicht mit der Geschwindigkeit des Feuerstuhls mithalten konnten. Betrachtet man den Zeitraum, mit dem evolutionäre Anpassungen von Organismen vonstatten gehen, so muss man davon ausgehen, dass der menschliche Körper mit all seinen Bestandteilen momentan noch nicht für Geschwindigkeiten jenseits von 30-40 km/h geeignet ist ;-).
    Die Sache hat aber für alle Lutetia-Fans, zu denen ich mich auch zähle, sein Gutes: Es geht mit den neuen Geschichten voran und vielleicht gibt’s ja noch in diesem Jahr ein neues Buch? Hast Du schon einen Ghostwriter engagiert? Dann reicht es, wenn Du die Geschichten auf ein Diktiergerät sprichst.

    Gute Besserung,
    Micha

    • Ich muss ja zugeben, dass ich beim Unfall vielleicht gerade mal 30 drauf hatte… Er sah jedenfalls überhaupt nicht spektakulär aus. Aber ich werde in Zukunft wohl besinnlichere Fortbewegungsmittel wählen, um auf Arbeit zu kommen: Fahrrad, Pferdefuhrwerk, zu Fuß, LVB.
      Zu Punkt zwei eine gute Nachricht: das neue Buch wächst täglich um ein bis zwei Seiten. Es wird also auf jeden Fall dieses Jahr noch was!

      Viele Grüße, Matthias

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