Bewerten Sie das Buch nicht nach seinem Film!

So gelesen auf einem Warnschild in einer öffentlichen Bibliothek.

Dabei fiel mir ein, dass ich nur zwei Filme kenne, die auf dem Niveau des Buches sind:

Von Mäusen und Menschen (J. Steinbeck) mit Gary Sinise und John Malkovich
und
The Ghost (R. Harris) mit Ewan McGregor

Kennt jemand noch andere gute Verfilmungen. Bei denen man sogar sagen kann: Der Film ist genauso gut, als hättest du das Buch gelesen?

Der Autor: Matthias Czarnetzki begann als Banker, wurde Journalist und studierte Informatik, bevor er feststellte, dass Schriftsteller mehrere Leben führen können, aber nur für eins Steuern zahlen müssen. Er ist unabhängiger Autor und unterstützt andere Indie-Autoren dabei, den gleichen Respekt zu erlangen wie Indie-Musiker und Indie-Filmemacher, so dass sie ihren traditionell verlegten Kollegen in nichts nachstehen. Noch Fragen?

Veröffentlicht in Lesen Getagged mit:
7 Kommentare zu “Bewerten Sie das Buch nicht nach seinem Film!
  1. Ich bin ein grosser Fan der Herr der Ringe Trilogie von Tolkien und überzeugt, dass es nie jemandem gelingen würde dies auch nur annähernd akzeptabel zu verfilmen.Die erste Verfilmung, die es davon gibt, hat mir nie gefallen, zumal das meiste gezeichnet ist. Peter Jackson ist mit seiner Verfilmung, meiner Meinung nach, ein Meisterwerk gelungen.Stimmig und mitreissend bis zum Letzten.Die Schauspieler hätten nicht passender gewählt sein können.Sämtliche Wichtigkeiten wurden auch tricktechnisch wundervoll umgesetzt und Nichtigkeiten gekonnt weggelassen. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, ein Päckchen Taschentücher, vor allem für den dritten Teil, bereit zu legen.
    Katharina Zaugg

  2. Sicher ist die Verfilmung von Herr der Ringe ein einzigartiges Kinoerlebnis – aber gerade beim ersten Teil hat mir die Episode der Hobbits bei Tom Bombadil gefehlt. Solche Kleinigkeiten sind es, die für mich den Unterschied zwischen einem sehr guten und einem unvergesslichen Film ausmachen.

  3. Iris sagt:

    Ich denke, den Nerv eines Buches mit dem Film zu treffen ist mehr als schwierig. Das liegt vor allem daran, dass Bücher die Fantasie des Lesers anregen, die sich wiederum ganz individuell darstellt. Wenn ich nun als Leser den Film zu einem von mir gelesenen Buch bewerten soll, wird der Film wahrscheinlich in 99% der Fälle das schlechtere Urteil bekommen. Schon alleine deshalb, weil irgendwas vom Buchinhalt fehlt oder gar geändert wurde.

    Um kurz das Herr der Ringe Beispiel aufzugreifen: da empfand ich die Bücher zum Teil als sehr langatmig (vor allem die Reitpassagen), die Filme aber als sehr flott und irgendwie angenehmer. Dafür passten einige Schauspieler überhaupt nicht in meine Vorstellung der Charaktere. 🙂 Und der Schluss war einfach nur ewig lang.

    Auch so Hifhlights wie die Harry Potter Filme, die ja wirklich ganz gut umgesetzt wurden, haben für mich, nachdem ich die Bücher kenne, einfach zu viele Lücken.
    Mir fällt es generell leichter „misslungene“ Umsetzungen zu benennen 🙂 Ganz vorne liegt da für mich Eragon… Dicht gefolgt von der Umsetzung der Tribute von Panem.

    Wenn ich so drüber nachdenke, fallen gute auf Bücher basierende Filme für mich fast alle in die Schnulzenkategorie 🙂 Die Umsetzungen der Nicholas Sparks Bücher (Mit dir an meiner Seite/Das Lächeln der Sterne etc.) finde ich gut gelungen 🙂 Liegt vielleicht daran, dass es aus dem Leben gegriffene Geschichten sein könnten, die fernab von beim Lesen entstandenen Fantasywelten liegen. 🙂 Ob Buch oder Film… Beides sorgt für einen hohen Taschentuchverbrauch 🙂

    Herzliche Grüße
    Iris

    • Hallo Iris,

      mir ist kürzlich erst aufgegangen, dass ich dazu tendiere, die Qualität eines Buches bzw. des Filmes dazu nach der Dauer ihrer Unterhaltungszeit zu bewerten. Da kommen Bücher immer besser weg, einfach weil ich länger brauche, um sie zu lesen, als um den dazugehörigen Film zu sehen.

      Filme, die einen aber danach nicht mehr loslassen, weil man ständig darüber nachdenkt oder sich bestimmte Szenen in den Kopf zurückholt, verlängern ihre Unterhaltungszeit weit über ihre Spielzeit hinaus – und werden so unvergesslich.

      Gruß aus Leipzig
      Matthias

  4. Bearnerdette sagt:

    Ich war immer schon der Meinung, dass es sich viele Menschen zu leicht machen, wenn sie Bücher und deren Verfilmungen vergleichen. Der Film ist ein ganz anderes Medium, für das auch andere Regeln gelten. Zum Beispiel kann man normalerweise nicht alles, was in einem Buch steht, in einen Film übertragen, da dieser sonst a) zu lang werden würde und b) viele Dinge nicht gut übertragbar sind (z.B. der stream of consciousness, der sich am ehesten mit der Stimme aus dem Off übertragen ließe, welche aber unter Filmmachern nicht so gerne gesehen wird, da der Film nun mal ein sehr visuelles Medium ist und so Emotionen übertragen sollte).

    Also, ich kenne sehr gute Filme, die auf Büchern basieren, aber ich denke ich finde sie deshalb gut, weil ich in der Lage bin, sie losgelöst vom Buch zu würdigen (selbst wenn ich das Buch kenne und auch mag!). 😉

  5. Dorothea sagt:

    Die Wolf-Haas-Verfilmungen (Komm süßer Tod, Silentium, Der Knochenmann) fand ich auch richtig gut – sie weichen ein wenig von den Büchern ab, und/aber da man den Charme von Wolf Haas‘ Sprache ohnehin nicht gut umsetzen kann, finde ich sie super. Sie haben genau das richtige Maß an Eigenständigkeit und Qualität.

    Welche Verfilmung ich auch richtig gut finde, ist die von David Foenkinos‘ „Nathalie küsst“. Ich habe erst den Roman gelesen und dachte „Oh je, das lässt sich NIE verfilmen“, weil wahnsinnig viel vom Erzählton abhängt, der Roman IST eigentlich die Art und Weise, wie er erzählt wird.
    Aber der Film schafft es dann unglaublich gut, anders und trotzdem genau den gleichen irgendwie melancholischen, aber doch positiven und vor allem „anderen“ Ton zu treffen.

  6. Veranda sagt:

    „Von Mäusen und Menschen“ ist wirklich ein besonders gelungener Film… Allerdings muss ich zugeben das Buch nicht gelesen zu haben… Was allerdings überzeugt ist, dass mir noch immer einige Szenen sehr präsent sind, obwohl ich ihn vor bestimmt 20 Jahren nur ein Mal sah.
    Wolf Haas – Verfilmungen finde ich furchtbar… Seine Sprache, für die er bestimmt in unserem Schulsystem gescholten wurde ;-D, ist genial!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*