Welche Bücher gibt es über das Schreiben?

26. April 2010
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Es gibt eine Menge Bücher über das Schreiben. Generell denke ich, dass es nicht schadet, so viel wie möglich davon zu lesen – dümmer wird man davon nicht. Aber nehmen sie nicht alles davon für bare Münze. Was der eine Ratgeber für unverzichtbar hält, verwirft der nächste komplett. Aber lesen sie nicht nur das, was sie in ihrer eigenen Meinung bestätigt, sondern auch mal etwas komplett gegensätzliches. Sie sind der Meinung, das ausgeklügelte Plots, hervorragend ausgearbeitete Wendungen oder detailiert beschriebende Figuren alles sind – lesen sie Stephen Kings „On writing“ – der hält von alledem nichts und hat unverschämterweise trotzdem Erfolg. Auf der anderen Seite sind sie jemand, der nur aus dem Bauch raus schreibt? Freys „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ behandelt den Entwurf von Figuren, Szenen, Handlungen und Konflikten. Nehmen sie davon etwas in ihre tägliche Arbeit auf – es wird garantiert nicht schaden.

Gibt es die universell gültige Anleitung fürs Schreiben? Das Regelwerk, dem man nur konsequent folgen muss, um schließlich seinen eigenen, unübertroffenen Roman in den Händen zu halten? Darin sind sich fast alle Schriftsteller einig: so etwas gibt es nicht. Alle Regeln, Hilfen, Tipps und Tricks sind nur für die eine Person gültig, die sie anwendet. Einer schreibt morgens, der andere tief in der Nacht. Einer schafft pro Tag ein festgelegtes Pensum, der andere wann er Lust und Laune hat. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Zu erfahren, wie Kollegen es anpacken, kann einem schon weiterhelfen, den einen oder anderen Trick kann man übernehmen. Aber zum Schreiben gibt es nur einen Weg: selbermachen.

Natürlich gibt es auch handwerkliche Grundsätze. Ein Tischler muss lernen, wie man Holz bearbeitet. Ob er später Bretterbuden oder Designermöbel herstellt, ist seinem Ehrgeiz überlassen, aber das Handwerk muss er erstmal lernen.

Dabei können Bücher helfen. Es gibt ein paar Sachbücher, die sich mit der deutschen Sprache beschäftigen – ein paar habe ich hier aufgelistet. Diese sind das Handwerkszeug. Das sollte jeder Schriftsteller beherrschen. Mittlerweile geben viele Schriftsteller unter ihren Romanwerken auch ein Buch heraus, in dem sie von ihrem Leben erzählen, der täglichen Arbeit, der Inspiration und was sie alles benötigen, um Schriftsteller zu sein. Sie laden uns ein, an ihrem Schreibtisch Platz zu nehmen. Diese Einladung sollte man nicht ausschlagen.

Ich habe im Lauf der Zeit eine paar Bücher zu diesem Thema gelesen – diese hier sind meiner Meinung nach eine Empfehlung wert: (Sollten keine Links auf die Amazon-Empfehlungsseiten erscheinen, ist wahrscheinlich ein Werbeblocker aktiv)

Sol Stein: Über das Schreiben


Über das Schreiben

Waltraud Götting (Übersetzer). ZWEITAUSENDEINS 2011, Taschenbuch, 458 Seiten, € 8,90

Eines der interessantesten Bücher über das „Handwerk“ Schreiben. Sol Stein bietet fundierte Ratschläge aus langjähriger Erfahrung als Lektor und Autor, ohne dabei starre Regeln aufzustellen. Eine der interessantesten Erkenntnisse: Als Verleger hat er Frederick Forsyths Roman „Der Schakal“ abgelehnt. Auch erfahrenen Verlegern unterlaufen Fehler…

Leider ist das Buch auf deutsch nicht ständig und normalerweise nur bei Zweitausendeins erhältlich. Vielleicht taucht bei Amazon ja mal das eine oder andere gebrauchte Exemplar auf.

Ludwig Reiners: Stilfibel


Stilfibel

Ludwig Reiners. Deutscher Taschenbuch Verlag 2007, Taschenbuch, 272 Seiten, € 9,90

Dieses Buch ist ein Klassiker auf dem Gebiet der Stilkunde. Ludwig Reiners legt sein Hauptaugenmerk auf die Verständlichkeit von Sätzen – ein Hauptpunkt, damit der ganze Text vom Leser gut aufgenommen wird.

Stephen King: Das Leben und das Schreiben


Das Leben und das Schreiben

Stephen King. Ullstein Taschenbuch 2006, Taschenbuch, 336 Seiten, € 8,95

Hier kann man mal einem erfolgreichen Autor über die Schulter schauen. Zwar bringt King auch ein Hinweise zum Schreiben mit ein, seine Berichte aus dem täglichen Leben finde ich aber ungleich interessanter.

Was immer man an üblichen Ratschlägen über Story und Handlungsaufbau, Personengestaltung und Dramatik gelehrt wird: King ignorierte es und wurde trotzdem erfolgreich. Auch dass er seine Absagen solange sammelte, bis der Nagel unter der
Last schließlich aus der Wand brach, gibt Hoffnung. Und den Rat: Nicht aufgeben!

Elizabeth George: Wort für Wort


Wort für Wort – oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben

Elke Hosfeld (Übersetzer). Goldmann Verlag 2004, Taschenbuch, 352 Seiten, € 12,00

Wie beim eben vorgestellten Buch liest man hier etwas über die Arbeitsweise eines Profis: Anders als King recherchiert George solange, bis die Niederschrift nur noch reines Handwerk ist. Für den einen oder anderen sicher die richtige Arbeitsweise.

Gabriele L. Rico: Garantiert schreiben lernen


Garantiert schreiben lernen

Cornelia Holfelder-von der Tann (Übersetzer). rowohlt 1984, Taschenbuch, 312 Seiten, € 19,90

Der Titel ist einfach nur dämlich, das Buch selbst allerdings nicht. Es handelt sich hier um eine Art der Ideensammlung: Clustering oder Mindmapping, angewendet auf’s Schreiben. Nützlich, wenn man mal nicht weiter weiß.

James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt


Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

Ellen Schlootz (Übersetzer). Emons 1997, Gebundene Ausgabe, 200 Seiten, € 16,00

Dieses Buch kann man lesen. Man muss es aber nicht. Hier hatte ich das Gefühl, dass Frey mehr Wert auf Bücher legt, die mal erfolgreich sind, aber genauso schnell vergessen. Wie zum Beispiel John Grisham: „Die Firma“. Darüber hatte Sol Stein auch was zu sagen – aber etwas grundsätzlich anderes.

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